Theorie und Anwendung

Immer wieder die ‘Grounding Uebungen’  – oder anders gefragt: Wozu dienen solche Uebungen in der Körperzentrierten Psychotherapie? Folgende Aussage ist treffend fürs Verständnis und fürs Umsetzen:

Grounding

Der Begriff Grounding oder Erdung hat in unserer Zeit und unserer Kultur eine breite Anwendung gefunden. Winnicott formulierte bereits 1958 “Durch das richtige Behandeln wird das Selbst im Körper gegründet.”

Um die während den Sitzungen erreichten Fortschritte besser in den Alltag transferieren zu können, wurde das Konzept des Grounding entwickelt. Es handelt sich um die Einheit der eigenen Person mit der Umwelt (sowohl biologisch als auch sozial).

Die Verwurzelung im Körperselbst heisst: Wenn wir vom “Körper” in der Therapie oder Theorie sprechen, so meinen wir damit verschiedene “Aggregatszustände”:

-den expressiven und energetischen Körper (Aktion)

-den sich erkundenen, erspürten und erfühlten Körper (Meditation)

-den berührenden und kommunizierenden Körper (Kontakt)

Für viele Klienten ist es völlig neu, gerade auch im Alltag auf den Körper Bezug zu nehmen, diese Empfindungen im Körper wahrzunehmen und als Ausdruck der Lebenskraft anzunehmen, und dies nicht nur während des therapeutischen Prozesses. Für viele ist ein gesunder Körper ein Körper, den man nicht spürt. Bei der Arbeit in der Praxis arbeiten die Therapeuten und Berater in die entgegengesetzte Richtung. Ein gesunder Körper ist ein Körper, den man differenziert wahrnehmen kann, selbst dann, wenn gewisse Empfindungen in ihrem Bedeutungsgehalt wenig oder noch nicht bewusst sind: Symptome sind Zeichen verborgenen Botschaften, deren Inhalt Entschlüsselung verlangt.

Christina Casanova

Autor: Christina Casanova

Christina Casanova ist Psychotherapeutin und Autorin, tätig in Chur und Zürich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.