Die Familiengeschichte und ihre Prägung

Die Zürcher Psychotherapeutin, Susan Falck ist Dozentin am IKP. Zu ihrem Seminar Familiengeschichte und ihre Prägung hat sie mir gesagt:

Wir lernen in diesem Seminar eine körperorientierte Technik kennen, um unserer Familiengeschichte auf die Spur zu kommen. Wie Privatdetektive suchen wir über mehrere Generationen hinweg nach wiederkehrenden Themen und Mustern, die auch jetzt noch unser Leben mitprägen und schlimmstenfalls beeinträchtigen.

 Bestimmt man denn nicht als Erwachsener sein Leben selber?

Wenn wir geboren werden, begeben wir uns auf einen (meist unbewussten) Lern-Weg, weil wir verstehen wollen, wie das mit dem Leben funktioniert: wie bin ich, wie sind die Anderen, wie ist das mit Beziehungen und was sind die richtigen Werte. Je nach dem, welche Erfahrungen wir machen, entsteht ein inneres Drehbuch, das wir immer wieder aufführen – unsere ersten Erfahrungen sind in uns „eingekörpert“ und wir leben entsprechend unser Leben und unsere Beziehungen. Auch unser Gehirn strukturiert sich aufgrund unserer Erfahrungen, ist also ein soziales Konstrukt.

Wenn wir also als Kind zum Beispiel immer wieder Kritik oder Entwertung erleben, bildet sich im Gehirn ein starkes und stabiles Netzwerk mit dem Thema „Ich genüge nicht“ heraus, das später extrem schnell aktiviert wird. Es reicht dann schon, dass jemand einen speziellen Blick aufsetzt und wir fühlen uns wieder völlig ungenügend. Und weil uns diese Muster oft nicht alle bewusst sind, regieren sie unser Leben. Nur was bewusst gemacht wird, kann verändert werden.

Susan Falck, Fachfrau für Psychotherapie arbeitet in eigener Praxis in Zürich und ist Dozentin am IKP

Christina Casanova

Autor: Christina Casanova

Christina Casanova ist Psychotherapeutin und Autorin, tätig in Chur und Zürich

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