Psychotherapie ab 2013 in der Grundversicherung verankert
Bund senkt Hürden für die Psychotherapie
Auch selbständige Psychologen sollen Therapiestunden über Grundversicherung abrechnen können
Psychologen ohne Medizinstudium sollen ab nächstem Jahr Psychotherapien selbst bei der obligatorischen Grundversicherung abrechnen dürfen. Bis heute geht das nur, wenn sie als Angestellte und unter Aufsicht eines Arztes arbeiten. Sonst müssen die Patienten die Therapie selbst bezahlen oder eine Zusatzversicherung abschliessen.
Diese Fesseln will der Bundesrat nun lockern. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereitet die Grundlagen dafür vor, wie Vizedirektor Stefan Spycher bestätigt: «Im Zentrum steht das Anordnungsmodell.» Ein Arzt schickt den Patienten zum Psychologen, dieser rechnet selbst bei der Krankenkasse ab. Dieses System gilt heute schon für die Physiotherapie. Entscheiden kann der Bundesrat darüber in Eigenregie. «Wir klären aber auch ab, ob Psychotherapeuten als selbständige Leistungserbringer gelten sollen», sagt Spycher. Dann könnten Patienten direkt zum Psychologen gehen, ohne Umweg via Arzt. Dafür wäre eine Gesetzesänderung durch das Parlament nötig.
Anlass für die Neuerung ist das neue Psychologieberufegesetz. Ab 2013 werden damit erstmals schweizweit gesetzliche Standards eingeführt, wer sich Psychologe nennen darf. Bis heute ist diese Bezeichnung nicht geschützt.
Christina Casanova
Neues in der psychologischen Beraterszene
Die Arbeiten an einem Qualitätslabel für die psychologische Beratung ist voll im Gange. Ende Monat werde ich mich wieder mit Peter Eichenberger aus Zürich, Dozent am IKP treffen und aus dieser Unterhaltung bloggen.
Ein spannendes Buch dazu haben - Frank Nestmann, Frank Engel und Ursel Sickendiek auf den Markt gebracht "Das Handbuch der Beratung." BeraterInnen und Berater lest euch durch, es lohnt sich!
Christina Casanova
Fachtagung IKP 2013
Top aktuelle Neuigkeit:
IKP Fachtagung vom 2. März 2013
Unbedingt jetzt schon in der Agenda reservieren!
Christina Casanova
Berufspolitische Szene
Ich traf mich mit dem psychologischen Berater, Peter Eichenberger aus Zürich und unterhielt mich mit ihm:
Die berufspolitische Situation des psychologischen Beraters ist im Augenblick ziemlich im Aufbruch. Was tut sich da eigentlich?
Eichenberger: Ja, die berufspolitische Situation der psychologischen Berater Szene ist in Bewegung. Die Schweizerische Gesellschaft für Beratung (SGfB) ist schon seit längerer Zeit daran Ordnung in die berufspolitische Berater Szene der Schweiz zu bringen.
Das heisst, es war oder es fehlen klare Strukturen in diesem Bereich?
Eichenberger: Die Strukturen fehlen da es heute noch keinen eidgenössischen Ablschluss für Berater gibt. Die SGfB ist daran die Identität der Beratungsberufe zu stärken, die Qualität der professionellen Psychosozialen Beratung zu sichern, weiterzuentwickeln und ihre wissenschaftlichen wie fachlichen Grundlagen zu fördern..
Bildet sich ein neues Berufsbild?
Eichenberger: Ja es bildet sich ein neues Berufsbild. Der IKP als wichtiger Partner in der Ausbildung im psychosozialen Bereich und Kollektivmitglied der SGfB ist überzeugt vom neuen Berufsbild des psychosozialen Beraters. Wir halten euch hier auf dem Laufenden sobald es mehr zu berichten gibt.
Was heisst das für einen psychologischen Berater oder für einen Klienten?
Eichenberger: Als Trägerorganisation arbeitet die SGfB zusammen mit dem BBT an einer eidgenössischen Berufsprüfung Höhere Fachprüfung (HFP) für psychosoziale Beratung. Die HFP werden seit 1933 durch das eidgenössische Berufsbildungsgesetzt staatlich geregelt. Soviel einmal zur Berufspolitik. Für einen Klienten heisst dies, dass er zukünftig zu einem psychosozialen Berater gehen wird der ein eidgenössisches Diplom hat, also eine entsprechende berufs- und praxisorientierte Weiterbildung abgeschlossen hat und sich als Aktivmitglied der SGfB verpflichtet, sich jährlich weiter zu bilden. Zukünftig werden es die Berater im Markt schwierig haben welche über keine entsprechenden Abschlüsse verfügen. Der Abschluss hilft uns aber die Qualität und Professionalität des Beraterberufes zu stärken.
Und wie sieht es im Speziellen für die Körperzentrierten psychologischen Berater aus?
Eichenberger: Die meisten Körperzentrierten psychologischen BeraterInnen IKP können davon ausgehen, dass Sie zukünftig unter einem eidgenössisch anerkannten und geschützten Titel beraten können, sofern Sie mit der HFP abschliessen. Wie bei anderen Höheren Fachprüfungen wird eine Tertiärstufe, entsprechende Berufserfahrung, Beratungspraxis, Supervision, Selbsterfahrung sowie eine mündliche und schriftliche Prüfung, welche vom Trägerverband durchgeführt wird, verlangt.
Danke fürs Interview!
Peter Eichenberger ist psychologischer Berater in Zürich. http://www.peter-eichenberger.ch/
Christina Casanova
Seminar Paar-und Familientherapie
Die wahre Freiheit
Die heutigen Paare treffen tatsächlich die Wahl, Kinder zu bekommen. Dies ist eine willkürliche und beabsichtigte Handlung, wie es Freud voraussah. Man ist also frei, welche zu haben, oder welche nicht zu haben. Doch die Motivationen, die uns veranlassen, dass wir uns zu einem Entschluss durchringen, sind schwer im Einzelnen zu erfassen: Die hedonistische Versuchung vermischt sich mit dem Opfergeist, die verliebte Subjektivität mit den traditionellen sozialen und Familienstrukturen, der natürliche, blinde Vorgang mit der medizinischen Beherrschbarkeit. Kein Elternpaar ist in der Lage, kurz gefasst die Gründe für seine Wahl aufzuzählen.
Aber dort, wo uns die Möglichkeit zu einer vollständigen Aufklärung endet, beginnt die wahre Freiheit:
Christina Casanova
Partielles Zusammenleben
Ich bin ich und Du bist Du
„Ich bin ich und Du bist Du“ ist Teil einer sehr bekannten Maxime des Psychologen und Psychotherapeuten Fritz Perls - auch "Gestaltgebet" genannt (Perls 1976):
„I do my thing, I am I,
you do your thing, you are you.
I am not in this world to live up to your expactations,
neither are you to live up to mine.
I am I und you are you
and if by chance we find each other, is‘s beautiful,
if not, it can‘t be helped.“
„Wenn wir einander begegnen, ist es wunderbar, wenn nicht, dann eben nicht“. In diesem Satz ist die Beziehungsmöglichkeit unter Erwachsenen angesprochen.
Das „Gestaltgebet“ ist die Akzeptanz des grundsätzlichen Getrenntseins zweier
Menschen und der Notwendigkeit, den anderen nicht durch seine Wünsche und Erwartungen zu manipulieren. Leicht gestagt, schwer getan!
Zweierbeziehungen heute sind ganz wesentlich geprägt von Erwartungen, die dem anderen gegenüber - ausgesprochen und unausgesprochen - gehegt werden.
Werden sie nicht erfüllt, sind Frustrationen vorprogrammiert. Es wird genörgelt,
gemeckert, gejammert – und manchmal bestimmen diese Gefühle und Verhaltensweisen den
Alltag.
Christina Casanova
Eine gute Beziehung
In der Regel sagt man, zu einer guten Beziehung gehört, dass man sich gegenseitig mag. Die Aussicht auf die Wahl einer Partnerin, eines Partners ist nur das eine, das andere ist auch die Wahl der genetischen Eigenschaften der eigenen Nachkommen. Freuds Traum ist in Erfüllung gegangen: "Theoretisch wäre es einer der grössten Triumphe der Menschlichkeit... wenn es gelänge, den verantwortlichen Akt der Kinderzeugung zu einer willkürlichen und beabsichtigten Handlung zu erheben." Fortan genügt es zu wählen: Die richtige Frau - der richtige Mann!
Doch, wenn die Sache geläutert und dem freien Willen überlassen wird, wird sie dadurch nur noch komplexer. Welche guten Gründe gibt es, eine Frau, einen Mann zu suchen?
Wir sind abhängig von sozialen Beziehungen, wir streben nach verlässlichen Beziehungen.
Und welche guten Gründe gibt es, Kinder zu bekommen? Aus Freude, um Werte weiterzugeben oder aus Liebe.
Die Casanova
Wünsche – im Neuen Jahr
Mystiker heissen sie alle: Die einen suchen Gott, die andern das Nichts, die einen den Rausch, die andern die Askese - und wieder andere das IKP:
Doch eins verbindet sie alle: Die Sehnsucht nach dem Absoluten!
Die Bloggerin: Christina Casanova mit herzlichen Wünschen zum Neuen Jahr
Ein gutes neues Jahr
Zum Jahresrückblick
Lassen Sie mich zuerst mit einer persönlichen Bemerkung beginnen:
Als ich zum dreissig Jahre IKP Jubiläum die Festrede geschrieben habe, erinnerte ich mich gerne daran, wie ich 1978 in der Ausbildungsgruppe IKP Yvonne Maurer kennenlernte. Ich fragte sie in einer Freitagabend Gruppenrunde, ob sie nicht auch den Eindruck hätte, dass die Frauen emanzipierter in ihrem Alltag umgehen. Sie lachte und meinte, das müsste ich mich und nicht sie fragen.
Ich freue mich, dass während den dreissig Jahren das IKP ein humanistisch gepflegtes Haus geblieben ist und es stetig sein wird , in dem die Weiterentwicklung der Körperzentrierten Psychotherapiemethode und Forschung gelebt wird.
Ich werde auch im 2012 news aus und über das Haus IKP bloggen - in diesem Sinne : Haben Sie herzlichen Dank für Ihr Interesse !
ALLES GUTE UND AUF EIN ZUFRIEDENES NEUES JAHR!
Die Casanova


