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IKP-Blog Bewegendes aus dem IKP

26Jan/15

Erwachsene Adoptierte

Fachgeleitete Gesprächsrunde für erwachsene Adoptierte und erwachsene Pflegekinder

Wir bieten Ihnen ein Mal pro Monat einen geschützten Rahmen, um Ihre eigenen, offenen Fragen zu klären, den Austausch mit anderen Betroffenen zu ermöglichen und dadurch den Selbstwert und die eigene Persönlichkeit zu stärken.

Fragen wie die Folgenden könnten diskutiert werden:

Bin ich meiner Adoptivfamilie oder Pflegefamilie etwas schuldig?

Muss ich dankbar sein?

Gibt es Themen, über die in meiner Familie geschwiegen wurde?

Bin ich wirklich anders als meine Geschwister, die leiblichen Kinder meiner Adoptiv- resp. Pflegeeltern?

Wer bin ich wirklich?

Was trage ich mit aus der frühesten Kindheit? Wie prägend war sie?

Habe ich ein Recht, nach den leiblichen Eltern zu suchen und mit meiner Familie über diesem Wunsch zu sprechen?

Darf ich meinen eigenen Weg gehen, auch wenn ich die Eltern "allein zurücklasse“.

Wo treffen wir uns:                   in Chur, im Gruppenraum der Selbsthilfe Graubünden

Wann treffen wir uns:               Samstagmorgen, alle 4 bis 6 Wochen, je nach Bedarf

Brigitte Kägi-Diener, dipl. Paar- und Familienberaterin IKP, Lehrerin; 079 155 35 97

Heidy Henseler, Paar- und Familienberaterin, Adoptiv- und Pflegemutter; 079 649 38 73

 weitere Infos unter:                            www.fap-fam.ch

veröffentlicht unter: Diverses, IKP Institut Kein Kommentar
13Jan/15

Monogamie und Treue

Wie bleibt man treu? Paar- und Sexualtherapeutin Christina Casanova gibt Antworten.

Christina Casanova.

Frau Casanova, wie bleibt man treu?
Indem man das gemeinsame sexuelle Spektrum lebt. Und sich gleichzeitig bewusst ist, dass der Partner nicht alle sexuellen Wünsche erfüllen kann und muss. Diese Einsicht ist wichtig, um die Verantwortung für ein erfülltes Sexualleben nicht dem anderen zuzuschieben. Aber um das herauszufinden und sich damit auseinanderzusetzen, muss man immer wieder mit sich selbst reden und im Paargespräch bleiben. Das tun Paare im Allgemeinen leider viel zu wenig. Die Ablenkung dafür finden sie in wiederkehrenden Alltäglichkeiten.

Sie reden zu wenig über Sex?
Absolut. Sonst spricht man über alles, aber nicht über Sex. Reden Sie über Sex! Das heisst, klären Sie bei sich, was Ihr eigenes sexuelles Spektrum ausmacht, und akzeptieren Sie, dass Ihr Partner auch ein anderes sexuelles Spektrum hat und haben darf.

Weshalb darüber reden? Ist es nicht wichtiger, es zu tun?
Ja, das auch. Aber darüber reden ist wichtig, weil es unterschiedlichste sexuelle Ansichten und Bedürfnisse gibt. Sexualität ist etwas sehr Persönliches, doch viele engen sich dabei ein. Verliert eure eigene Sexualität nicht, rate ich immer wieder. Somit verliert sich das Begehren. Die Paare sollen darüber reden, um ihre Bedürfnisse in ihr Liebesleben einzubauen. Oder sich auch mal selbst befriedigen.

Passen sich Paare zu sehr an?
Ja! Doch kaum jemandem käme es in den Sinn, beim gemeinsamen Pizzaessen auch eine Quattro Formaggi zu bestellen, bloss weil es der Lebenspartner tut. Nein, sie bestellt sich eine Pizza vegetariana oder picante. So ist es auch beim Sex. Jeder hat andere Vorlieben. Eigentlich müsste sich jedes Paar gemeinsam fragen: Was möchte der Einzelne denn eigentlich unabhängig von den Bedürfnissen des anderen sexuell erleben? Dazu braucht es etwas Mut. Weil die Angst einhergeht, dem Partner nicht zu genügen.

Und danach?
Versuchen, es in die gemeinsame Intimität einzubauen. Das heisst aber nicht, dass sich der eine zu etwas zwingen soll, das er nicht will. Das ist enorm wichtig. Es gibt viel zu viele Frauen, die nur wegen ihres Partners in Swingerclubs gehen und selber leiden. Nein, das Paar kann die Fantasien etwa in seinen Sex einbauen, auch indem es darüber witzelt, lacht. Man muss ja nicht jede Fantasie ausleben.

Was, wenn ein Partner immer wieder untreu ist?
Doppelmoral gab es schon immer. Und das sexuelle Abenteuer aufrechtzuerhalten, weil der Partner sich sogenannt sexuell regressiv verhält, ist feige. Wichtig ist die eigene Auseinandersetzung, zum Beispiel indem man sich fragt: Was ist toll in unserem gemeinsamen sexuellen Spektrum, und was möchte ich pflegen?

Und wenn er oder sie sich während Monaten oder gar Jahren eine Geliebte, einen Geliebten hält?
Dann ist das feig und dumm. Es zeigt, dass jener, der fremdgeht, unfähig ist, in der eigenen Beziehung Wichtiges anzugehen und anzusprechen.

Weshalb ist Treue für eine Beziehung wertvoll und wichtig?
Es hat mit Verbindlichkeit zu tun. Treue wünschen sich die meisten Paare. Doch Treue wird leider oft falsch verstanden, denn einsperren lässt sich niemand freiwillig. Die Kontrolle, die über allem steht, zerstört vor der Untreue eine Beziehung. Heute gibt es verschiedene partnerschaftliche Modelle in der Gesellschaft, und Treue ist eines davon. Ob man nun den Mut hat, über die Affäre zu sprechen, hängt vom Modell des Paares ab. Denn guter Sex macht noch lange keine Beziehung aus. Doch ich denke, dass die sexuelle Treue im umfassenden Sinn unmöglich ist. Natürlich kann man sich die Lust versagen, wir können so tun, als gäbe es sie nicht. Doch das ist eine Täuschung.

Eure: Christina Casanova

6Jan/15

Wozu der Mensch fähig ist

Eine Anregung Goethes möchte ich euch fürs 2015 mitgeben, weil dieser Mensch, ein Meister des Lebens war. Goethe hatte eine Lebensklugheit, von der wir heute auch profitieren können: Und wie geht das zu? Er nahm einfach seine Erfahrung ernst. So nahm er zum Beispiel die Erfahrung ernst:

Man hat nur eine beschränkte Kapazität um Welt zu verarbeiten, um die Neuigkeiten aufzunehmen.

Man muss auf sehr kluge Weise ignorieren können, was irgendwie nicht passt, was man nicht mehr verarbeiten kann.

Es gilt nur so viel aufzunehmen, wie man sich auch anverwandeln kann - das ist Goethes Ratschlag in der Informationsgesellschaft!

Eure Christina Casanova

 

veröffentlicht unter: Diverses Kein Kommentar