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8Mai/11

Schmerz – lass nach

Ich habe mich mit der Psychotherapeutin und Dozentin Frau Cornelia Zink über ihr Seminar unterhalten. Sie sagt:

Schmerzen werden als chronisch bezeichnet, wenn sie länger als 3 Monate bestehen. Die chronischen Schmerzen manifestieren sich nicht nur an der „Schmerzquelle“ wie Bandscheibe, gebrochenem Knochen etc., sondern breiten sich aus und verändern das gesamte Leben des Betroffenen und seiner Familie. Diese Veränderungen werden anhand des Würfelmodells des IKPs aufzeigt, die körperliche, psychisch-kognitive, soziale, räumliche, materielle/wirtschaftliche, zeitliche wie spirituelle Dimension. Beispielsweise verändern chronische Schmerzen die Emotionen, Angst und Aggression sowie Hilflosigkeit und Scham herrschen vor. Das Denken focussiert oft auf den Schmerzen und lässt wenig Raum für andere Interessen. Der Bewegungsradius inklusive Raum und Kraft für die Erwerbstätigkeit wird eingeschränkt. Die Urbeheimatung, die unser Körper auch darstellt, wird in Frage gestellt, der Körper per se verändert sich, Muskeln bauen ab, Gewicht kann zugenommen werden wegen der Inaktivität oder als Folge einzelner Medikamente. Der Sinn der Schmerzen und des Lebens wird zum Thema, die Frage von Bestrafung, Vergehen, Schuldzuweisungen wird gestellt. Zukunftsängste können das Leben dominieren, aber auch Reaktivierung von früheren negativen/schmerzhaften Erfahrungen oder Traumata treten auf. Meist erfolgen Rückzug aus dem gesellschaftlichen und familiären Leben und eine Reduktion der sozialen Stellung. Das Selbstbild und der Selbstwert erfahren eine negative Veränderung. 

Diese Ganzheitsdiagnostik sensibilisiert auf die vielfältigen Auswirkungen von chronischen Schmerzen. Die einzelnen Veränderungen werden in ein erklärend-verstehendes sinnvolles Ganzes integriert, erhalten einen Sinn und ermöglichen eine akzeptierende Therapie der Schmerzbetroffenen. Mit Hilfe diverser therapeutischer Methoden des IKPs wie Somatographie, Thymographie, Atem- und Entspannungsübungen,Systemtherapie, Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie und Körperpsychotherapie werden unterschiedliche praktisch anwendbare Interventionen und Behandlungsstrategien vermittelt. Nicht zuletzt wird ein Augenmerk auf die Übertragung und Gegenübertragung bei der Behandlung von Schmerzbetroffenen gelegt und auf Selbstachtsamkeit und Selbstfürsorge Wert gelegt.

 Danke für das Interview: Cornelia Zink, zu finden unter: http://www.anima-sana.ch/CorneliaZink/CorneliaZink.html

Christina Casanova

 

veröffentlicht unter: Seminare / Fortbildung Kommentieren
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